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So erstellen Sie Ihr eigenes Firmenlogo: Vier Grafikdesigner geben Tipps

REDAKTION,01.04.2015

Gründe für ein individuelles Firmenlogo

·Vermittlung von Professionalität

„Ein eigenes Logo sorgt nicht nur für einen seriösen Auftritt am Markt, sondern auch für eine positive Wahrnehmung von potentiellen Kunden“, sagt Silke Amling von b.unique Mediendesign.

·Übermittlung der Firmenphilosophie

Dieser Meinung ist auch Matthias Fink von fink grafik+werbung. Denn das individuelle Firmenlogo bildet das „Gesicht“ der Firma und ist somit das wichtigste Element des Erscheinungsbildes: „Es transportiert die Identität, die Werte, die Philosophie einer Firma oder Institution – nach innen und außen.“

·Ausdruck von Individualität

Als wichtigster und einprägsamster Bestandteil der visuellen Erscheinung einer Firma sollte die Individualität im Vordergrund stehen: „Die individuelle Gestaltung ist Voraussetzung. Vorgefertigte Logos wirken meist austauschbar und beliebig“, erklärt der Grafiker Philip Esch von Eschdesigns.

·Aufbau von Kundenvertrauen

„Nur durch ein individuell und originell gestaltetes Logo gelingt die Unterscheidung vom Wettbewerber und die Ansprache auf emotionaler Ebene kann gewährleistet werden“, sagt Meike Eitel von der Mühle Lüsse. So können ein Erinnerungseffekt und Vertrauen beim Kunden entstehen.

5 Tipps zur Gestaltung: Darauf kommt es an

Ein gelungenes Firmenlogo sollte also individuell, wiedererkennbar, originell und professionell sein. Nach Silke Amling gibt es vor allem ein ausschlaggebendes Kriterium für ein gelungenes Logo: „Der Köder muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler. In erster Linie muss das Logo die Zielgruppe ansprechen.“ Wie die Zielgruppe erreicht werden kann - dafür gibt es selbstverständlich kein Pauschalrezept, denn so vielseitig die Zielgruppen ausfallen, so mannigfaltig und unterschiedlich können die Ansätze eines Logokonzepts sein“, meint Philip Esch. Jedoch gibt es durchaus ein paar Grundzutaten, welche die Basis eines gelungenen Logos bilden:

1. Fokus auf Kernbotschaft

Bei all den hohen Ansprüchen, die ein Logo erfüllen muss, ist es kein Wunder, dass viele Firmen den fatalen Fehler machen, möglichst viele Informationen hineinpacken zu wollen. Firmenname, Dienstleistung, Slogan und am besten auch noch die URL soll das Logo enthalten. Das funktioniert jedoch nicht. Ein Logo muss schnell erfasst werden können. Der Betrachter soll es ja möglichst genau in Erinnerung behalten“, warnt Silke Amling. Weniger ist manchmal mehr! Dazu sollten die Vorteile Ihres Unternehmens beziehungsweise Ihrer Leistung auf eine klare Kernaussage reduziert werden. Die Empfehlung der Grafikdesignerin Meike Eitel: „Beschreiben Sie die Identität Ihrer Unternehmung wie eine menschliche Persönlichkeit. Gestalten Sie Ihre Logotype so, dass Kernaussage und Identität darin reflektiert werden.Idealerweise sollten alle relevanten Produktassoziationen mit nur einem aussagekräftigen Wort oder einer Bildmarke transportiert werden.“

2. Einfachheit und Funktionalität

Damit das Logo vom Kunden schnell erfasst und vor allem auch richtig verstanden werden kann, sollte das Design möglichst einfach gehalten werden. Vor allem in medizinischen Branchen wie Arztpraxen sind eindeutig und klar gestaltete Logos unerlässlich. „Es sollte in verschiedenen Größen skalierbar sein, also sowohl aus der Ferne wirken als auch ein paar Millimeter groß auf einem Kugelschreiber“, empfiehlt Matthias Fink. „Es sollte das Thema auf den Punkt bringen“, sagt Silke Amling, „so kann es auch bei kleinerer Darstellung auf einem Stempel gut funktionieren. Oft ist es von Vorteil, je nach Verwendungsbedarf, Variationen des Logos zu entwickeln, wie zum Beispiel eine schwarz/weiß Version für den Stempel.“

3. Passende Schriftart

Die gestalterischen Bestandteile eines Logos wie die Schriftart wirken auf emotionaler Ebene. Daher sollten diese sorgfältig ausgewählt werden. „Über die Formgebung der Schrift und über ihre schrifthistorischen Kontexte werden unterbewusst Gefühle vermittelt“, meint Philip Esch. Die Schrift sollte dabei selbstverständlich zum Unternehmen und zur Thematik passen. Ein weiterer wichtiger Aspekt nach Silke Amling ist: Die Schrift sollte nicht zu sehr einer Mode unterworfen sein, sodass das Logo auch noch nach Jahren ‘up-to-date‘ wirkt.“

 

4. Die richtige Farbwahl

„Die Farbgebung ist der dominante Faktor, um bestimmte Emotionen beim Betrachter zu erzeugen“, sagt Philip Esch. Auch hier gilt so wie bei der Text-und Bildebene des Logos: Weniger ist meist mehr! Zu viele Farben wirken überladen und können den Betrachter überfordern. Bei der Farbwahl spielt außerdem die Farbpsychologie eine große Rolle – das belegt auch diese Infografik.Die Farben sollten gut miteinander harmonieren. Man kann mit Tönen aus der gleichen Farbwelt oder auch mit Komplementärkontrasten spielen“, empfiehlt Silke Amling.

5. Engagieren eines professionellen Grafikers

Um die genannten Punkte auch effizient und professionell umsetzen zu können, führt letztlich kein Weg am erfahrenen Profi vorbei. Denn selbst Laien erkennen meist den Unterschied zwischen einem selbstgebastelten und einem fachmännisch erstellten Logo. Das kann auch Meike Eitel bestätigen: „Meistens sehen selbstgemachte Logos auch selbstgemacht aus. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber das Hinzuziehen eines externen Profis, der auch bei der Formulierung der Unternehmens-Identität helfen kann, lohnt sich aus vielerlei Gründen. Zum einen hilft der neutrale Blick von außen, die Selbstsicht auf die Fremdsicht abzugleichen und nochmal ganz klar zu formulieren, wie das eigene Unternehmen denn gesehen werden soll und ob das mit den Bedürfnissen der Zielgruppe einhergeht.“

Einen weiteren wesentlichen Vorteil sieht Matthias Fink im Erfahrungsschatz eine Fachmannes: Er ist vertraut mit Gestaltungsgrundsätzen, Farblehre und -psychologie, Typographie und vieles mehr. Dadurch ist es ihm möglich, Begriffe, Dinge und Handlungen in einfachen Formen zu visualisieren.“ „Ein versierter Grafiker sorgt dafür, dass das Logo gestalterisch langlebig bleibt, technisch einwandfrei verwendbar ist und dabei zielgruppengerecht aufbereitet worden ist“, bestätigt auch Philip Esch.

Damit am Ende alle mit dem Ergebnis zufrieden sind, ist jedoch Geduld gefragt. Denn die Erstellung eines individuellen Logos benötigt wie jede Kreativleistung ein ausreichendes Maß an Zeit. Daher empfiehlt Matthias Fink: „Man sollte dem Grafiker Zeit geben. Zeit, um die Firma, die Institution oder das Produkt kennenzulernen. Und Zeit, um das Logo zu entwickeln. Es ist ein Irrglaube, dass so etwas Komplexes und lange Gültiges wie ein Firmenlogo an einem Vormittag zu realisieren ist. Auch wenn man weiß, was man tut und wie es geht – wenn es gut werden soll, stecken in einem Logo Tage (mindestens zwei), manchmal sogar Wochen oder Monate Arbeit.“

Gelungene Firmenlogos: Drei Beispiele

1. WWF

Wer kennt nicht den wohl berühmtesten Panda der Welt? Das schwarz-weiße Logo des WWF ist ein bezeichnendes Beispiel für ein Design, das vor allem durch die Komposition seiner offenen und großen Flächen besticht. Verantwortlich für das einzigartige Markenzeichen ist der Engländer Peter Markham Scott, einer der Mitbegründer des WWF. (Quelle)

2. Mercedes

Das wohl legendärste unter allen Firmenlogos ist der Mercedes-Stern. Gerade die Einfachheit und Symmetrie des Sterns sind es, die diesem seine eigentümliche Eleganz verleihen. Nicht nur der Wiedererkennungswert ist dadurch bestens gewährleistet, sondern auch die Firmenphilosophie der Automarke wird durch das elegante Design perfekt widergespiegelt.

3. Nike

Dynamik und Schnelligkeit assoziiert man mit dem sogenannten Swoosh des amerikanischen Sportartikelherstellers Nike. Auch hier ist es bemerkenswert, wie viel Botschaft und Originalität in solch einem simpel gehaltenen Logo stecken können. Entworfen hat das Logo Carolyn Davidson 1971 im Alter von 28 Jahren während ihres Grafikdesign-Studiums, verkauft hat sie es zu einem Spottpreis von nur 35 Dollar.

Fatale Fehler bei der Gestaltung

1. Profanität

Selbstverständlich sollte man anhand des Logos die jeweilige Firmenleistung/-philosophie unmittelbar ablesen können. Doch ist hierbei Einfallsreichtum gefragt – das meint auch Philip Esch: „Profanität ist der gestalterische Niedergang eines Logo. Nichts wirkt langweiliger als zu viel Eindeutigkeit. Das wirkt in den wenigsten Fällen professionell oder seriös. Gefühle sollten unterbewusst erzeugt werden. Das Logo soll eine Stimmung erzeugen. Wenn visuell alles vorgekaut ist, besteht  für den Betrachter kein Reiz mehr. Ich kann mich jedenfalls an kein Logo einer Bank erinnern, das je Geldscheine oder Münzen zu ihrem Markenzeichen gemacht hätte.“

2. Fehlende Differenzierung

Ein individuelles Logo erfüllt den Zweck, sich ganz klar als individuelles Unternehmen auf dem Markt zu positionieren. Nachgeahmte oder gar kopierte Gestaltungselemente sorgen für Verwechslungen beim Kunden und der Erinnerungseffekt bleibt aus. „Beliebige Logos oder allgemein gehaltene Logos mit oft verwendeten, zu einfachen Formen oder Elementen, die nur „Schmuck“ sind, machen die Positionierung einer Firma vor den Kunden bzw. der Zielgruppe schwer und heben sich nicht ab“, sagt Matthias Fink.

3. Kleinteiligkeit

Zu kompliziert und detailliert gestaltete Logos sind nicht optimal für die Darstellung auf Stempeln. Aufwendige Designs mit vielen kleinen Extras entfalten ihre Wirkungskraft nur auf großen Werbebannern, doch in der verkleinerten komprimierten Darstellung sind diese meist nicht mehr erkennbar. Zudem können sich kleinteilige, mit komplizierten Formen designte Logos negativ auf die Lesbarkeit und Anschaulichkeit auswirken.

Was passieren kann, wenn man die Ratschläge unserer Profis nicht befolgt – davon können Sie sich in der Galerie „Die 10 peinlichsten Firmenlogos der Welt“ ein Bild machen. Hierbei handelt es sich um extreme Beispiele, bei denen die meisten unserer genannten Grundregeln missachtet wurden. Solange man diese befolgt, kann jedoch bei der Logogestaltung nichts schiefgehen. Wir wünschen Ihnen bei der Erstellung Ihres eigenen Firmenlogos viel Erfolg und bedanken uns recht herzlich bei unseren Interviewpartnern!

Die Interviewpartner:

1. Silke Amling von b.unique Mediendesign

Die Werbeagentur aus der Region Bonn zeichnet sich durch ihre jahrelange Expertise im Bereich Logo Design aus. Authentische Individualität steht dabei im Vordergrund. „Kreativsein ist unsere absolute Devise.“

2. Matthias Fink von fink grafik+werbung

Seit über 10 Jahren ist Matthias Fink als freier Werbe-und Grafikdesigner in Dresden tätig und verfügt über eingehende Erfahrungen in der Logo-Entwicklung.

3. Meike Eitel von Mühle Lüsse – Werkstatt für Kommunikation und Gestaltung

Kreative Designs, entworfen in einer alten Mühle. Klingt ungewöhnlich - doch die Ergebnisse können sich sehen lassen. Schließlich besitzt die Kommunikationsgestalterin Meike Eitel jahrelange Berufserfahrung im Creative Development.

4. Philip Esch von Eschdesigns

Hochwertiges Grafikdesign aus der Stadt der Kreativen bietet Philip Esch. Spezialisiert auf den Bereich Kommunikationsdesign besitzt der Grafikdesigner eingehende Erfahrung im Design von Logos.

 

Bild 1: ©istock/ shironosov, Bild 2: ©istock/ Anatolii Babii, Bild 3: ©istock/ Robert Churchill, Bild 4: ©istock/ The_Pixel, Bild 5: ©istock/ MrHinxman, Bild 6: ©istock/ 4774344sean, Bild 7: Balão do WWF em Brasília.Bildquelle: José Cruz/ABr at en.wikipedia/ commons.wikimedia.org, Bild 8: Mercedes SLK 200 Kompressor. Bildquelle: Matthias 93 at en.wikipedia/commons.wikimedia.org, Bild 9: Nike Free+ 3 running shoe. Bildquelle: Longshotter at en.wikipedia/ commons.wikimedia.org, Bild 10: ©istock/ezepov

 

 

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