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Vom Pulver zum Hingucker – In 5 Schritten zum perfekten Embossing-Stempel

REDAKTION,02.06.2015

Was ist Embossing?

Vor über fünfzehn Jahren fand die Embossing-Technik aus den USA ihren Weg über den Atlantik in heimische Bastelstuben. Das englische Wort „embossing“ bedeutet dabei einfach nur „prägen“. Der Stempelabdruck hebt sich nämlich reliefartig vom Papier ab – und sieht dadurch wie geprägt aus.

Erreicht wird der Effekt, indem ein feines Kunstharz-Pulver auf einen Stempelabdruck aus spezieller Tinte gestreut und anschließend bei 100 Grad geschmolzen wird. So können Sie wunderschöne Karten gestalten – und damit ganz individuell zur Hochzeit oder zur Geburtstagsfeier einladen.

Tipp: Grundsätzlich können Sie jeden Stempel benutzen, den Sie besitzen oder bei uns selbst gestalten. Um Ihnen das zu demonstrieren, haben wir extra noch einmal die Stempel herausgesucht, die wir für unseren Exlibris-Artikel verwendet haben. Beachten sollten Sie allerdings, dass zu filigrane Linien zusammenlaufen und Stempel, die zuvor mit bunter Tinte verwendet wurden, das Pulver verschmutzen können. Die schönsten Ergebnisse erhalten Sie daher mit eher großflächigen, sauberen Stempeln.

Was Sie benötigen:

  • Stempel (Wir empfehlen Ihnen unseren mittelgroßen, runden Holzstempel, auf dem das Motiv gut zur Geltung kommt)
  • Embossing-Heißluftfön (Tipp: Zum ersten Testen reicht auch ein Toaster oder der Herd, wenn Sie Ihr Werk vorsichtig darüber erhitzen. Mit einem Haarfön funktioniert es dagegen nicht, da er nicht heiß genug wird und das Pulver einfach wegbläst)
  • Embossing-Tinte (im Idealfall durchsichtig)
  • Embossing-Pulver (eine Dose reicht – je nach Stempelgröße – für 50-80 Karten)
  • Eventuell einen Embossing-Stift (um bei einem großen Stempel im Bedarfsfall einen Abdruck nachkorrigieren zu können oder um frei Hand einen eigenen Schriftzug aufzuschreiben)
  • Feiner Pinsel, um überschüssiges Pulver abzutragen
  • Papier: Grundsätzlich ist jedes Papier mit glatter Oberfläche geeignet, allerdings empfiehlt es sich, etwas dickeres Papier zu nehmen, da es nicht so empfindlich auf die Hitze reagiert – ideal sind hochwertige Karten. Das Pulver hält auch auf anderen Materialien wie Metall, Holz oder Glas. Auf Stoff dagegen funktioniert es nicht.

So wird es gemacht

Schritt 1: Stempel befeuchten

Nehmen Sie den Stempel in die Hand und drehen Sie ihn um, so dass Sie das Motiv sehen. So stellen Sie sicher, dass Sie den Stempelgummi gleichmäßig mit der Embossing-Tinte eintupfen:

Anschließend setzen Sie den Stempel vorsichtig und gerade auf das Papier und drücken ihn an:

Schritt 2: Pulver streuen

Streuen Sie nun großflächig Pulver auf den Stempelabdruck, solange er noch feucht ist:

Damit das Pulver hinterher nicht im ganzen Zimmer verteilt ist, sollten Sie Ihrer Karte ein Papier unterlegen. Um zu dünne Linien zu vermeiden, sollten Sie an Pulver nicht sparen:

Sie müssen das Pulver anschließend nicht antrocknen lassen, sondern können direkt weiterarbeiten.

Schritt 3: Überschüssiges Pulver entfernen

Das überschüssige Pulver schütteln Sie danach in ein geknicktes Papier ab:

Schütten Sie das Pulver zurück in die Dose:

Um dann noch widerspenstiges Pulver zu entfernen, können Sie auch ganz sanft von hinten gegen das Papier klopfen – bevor Sie mit einem feinen Pinsel letzte Pulverreste entfernen.

Schritt 4: Erhitzen

Um das Embossing abzuschließen, erhitzen Sie nun das gepulverte Motiv mit einem (Embossing-)Heißluftfön:

Schon nach kurzer Zeit beginnt das Pulver zu schmelzen, wie hier bei genauem Hinsehen zu erkennen ist:

Tipp: Wollen Sie die Technik erst einmal ausprobieren oder sich die Anschaffung sparen, eignen sich auch ein Toaster oder der Herd, um das Pulver darüber zu erhitzen. Hier müssen Sie allerdings vorsichtig sein, damit das Papier nicht zu heiß wird und verbrennt. Alternativ bieten sich noch das Bügeleisen (von hinten) oder der Backofen an – hier braucht es noch mehr Fingerspitzengefühl, damit das Ergebnis gelingt.

Sobald das Pulver nicht mehr körnig aussieht und richtig glänzt, ist der Schmelzvorgang beendet:

 Erhitzen Sie das Pulver dann noch weiter, wird es stumpf und flach – der Prägeeffekt ist dahin.

Schritt 5: Stempel reinigen

Nachdem Ihr Werk fertig ist, sollten Sie die Stempel unter fließendem Wasser mit etwas Spülmittel vorsichtig reinigen, damit Sie sie beim nächsten Mal wieder verwenden können. Abschließend noch abtrocknen und wieder sicher aufbewahren!

Unsere Ergebnisse:

Wir haben auch unsere Ex-Libris Eule noch einmal verwendet. Hier zeigt sich, dass zu feine Linien nicht ideal für Embossing sind, da die Konturen verschmelzen:

Übrigens: Wer eine gute Video-Anleitung mit weiteren Tipps sucht, wird hier fündig.

Wofür Embossing sich eignet!

Embossing ist eine Technik, mit der Sie sehr kreativ arbeiten können. Prinzipiell sind fast alle glatten (Papier-) Oberflächen verwendbar und geben Ihnen so zahllose Möglichkeiten, Ihre Ideen umzusetzen. Wir haben für Sie auf Blogs die besten Ideen gesammelt, um Sie zu inspirieren. Die passenden Stempel können Sie bei uns im Shop ganz nach Ihren Wünschen gestalten

Hochzeitseinladungen

Ihre Hochzeitseinladung soll nicht zu teuer und aufwändig, aber zugleich kreativ, persönlich und individuell sein? Wie gut sich dafür Embossing eignet, zeigt Michaela Voit, die auf Ihrem Blog ihre  selbstgemachten Karten vorstellt.

„Besonders zu schätzen weiß ich beim Embossing die edle Wirkung. Dadurch, dass die Schrift nicht nur 2D auf dem Papier zu sehen ist, sondern leicht erhaben eine Art Relief bildet, wirkt die Karte sofort schicker, festlicher und - wie ich auch in Rückmeldungen erhalten habe - professioneller. Bei unseren eigenen Hochzeitseinladungen wurde ich immer wieder gefragt, wie ich das mit der Schrift denn gemacht hätte, weil das so elegant und ungewöhnlich aussehe. Die Embossingtechnik habe ich mittlerweile nicht nur für unsere eigenen Hochzeitseinladungen verwendet, sondern auch noch für zwei weitere Hochzeiten für Bekannte bzw. Verwandte, die von diesem besonderen Effekt ebenfalls völlig begeistert waren.“

Embossing ist perfekt für Hochzeitseinladungen, da Sie die Hochzeitskarten ganz nach Ihren Wünschen selbst gestalten können. Am Schluss haben Sie garantiert einzigartige kleine Kunstwerke geschaffen, die dem einzigartigen Event gerecht werden. Wie Sie das perfekte Logo für euren Hochzeitsstempel finden, haben wir Ihnen bereits im Magazin gezeigt.

Selbstverständlich gilt dies auch für alle anderen Karten. Ob Taufkarten, Einladungen zur Kommunion oder einfach nur zur nächsten (Stempel-) Party: Embosste Motive und Sprüche zaubern den Empfängern ein Lächeln auf die Lippen.

Menü- und Tischkarten

Mittels Embossing können Sie nicht nur edle Hochzeitseinladungen gestalten, sondern auch hochwertige Menükarten für die eigene Hochzeit basteln, wie Heike Linnek auf Ihrem Blog „Die Stempelkatzen“ zeigt. Zur Embossing-Technik hat sie im Jahr 2010 anlässlich ihrer eigenen Hochzeit gefunden. Denn den im Internet bestellten Einladungskarten fehlte Heike Linnek die persönliche Note. Bei den Menü- und Dankeskarten wollte sie dies ändern. Schließlich fand sie mit dem Embossen eine tolle Möglichkeit, individuelle Karten zu gestalten, für die weder viele Hilfsmittel noch große Vorkenntnisse nötig waren.

Einmal angefangen, konnte sich Heike „kaum noch bremsen. Bis heute liebe ich Embossing mit all seinen Facetten und entdecke immer neue Anwendungsmöglichkeiten.“  So hat die Bloggerin auch wunderschöne Friedenskarten geprägt.

Auch Michaela Voit hat übrigens nahezu die gesamte Papeterie für ihre eigene und die beiden anderen Hochzeiten mit schwarzen, goldenem und silbernem Pulver embosst: So entstanden zu den Einladungskarten jeweils passende Tischkärtchen und auch embosste Gastgeschenke.

Geschenktütchen und -schachteln:

Apropos Geschenke: Da sich fast jedes Papier zum Embossen eignet, gilt dies freilich auch für kleine Papiertütchen. Embosst und mit einer kleinen Perlenkette daran, eignen die sich wunderbar als individuelle Geschenkpackung, die an einer Weinflasche hängt.

Auch auf deutlich festerem Papier lassen sich Motive embossen. So können Sie Ihren Stempel auf eine Geschenkschachtel aufprägen und diese damit zu kreativen Einzelstücken machen. Das beweist Alexandra Dold auf dem Heimwerker- und Bastel-Blog von dobyu, wo sie diese tollen Geschenkschachteln gestaltet hat:

Challenges

Haben Sie Embossing schon ausprobiert und sind auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? Im Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten, an Bastelwettbewerben teilzunehmen, die das Thema Embossing aufgreifen (z.B. hier). Hier geben Design-Teams Beispiele vor. Anschließend hat jeder Bastler Zeit, eigene Karten einzureichen.

Dabei entstehen solch beeindruckende Werke wie von Bastelbloggerin Andrea Friebe. Ihre Karten sind alle Einzelstücke, die sie aufbewahrt oder privat verschenkt. Dabei greift Andrea Friebe besonders gerne auf die Embossing-Technik zurück.

Im Fall der obigen Karte hat sie das Vorgehen aber etwas abgewandelt:

„Das Motiv von Magnolia habe ich zunächst koloriert und anschließend zurechtgeschnitten. Die Ränder habe ich noch distresst*, damit der schöne Vintage-Look noch besser zur Geltung kommt. Nun habe ich mit einem kleinen Löffel das Embossing-Pulver vorsichtig um das Motiv verteilt. Mit Hilfe des Embossing-Föhns habe ich das Embossing-Pulver von unten (Föhn unter das Papier halten, nicht darauf!) embosst. Das ergibt diesen tollen Punkte-Effekt um das Motiv.“

* Wie Sie Papier distressen, erfahren Sie in diesem Video.

Geheimtipps von Bloggerin Heike Linnek:

  • Für tolle Effekte können Sie zusammen mit dem Pulver Glitter über den feuchten Embossingabdruck streuen, bevor Sie es erhitzen.
  • Die farbigen Pulver lassen sich mischen, so dass neue Farben entstehen.
  • Farbig abgestempelte Motive können Sie mit einer zusätzlichen Schicht klaren Pulvers embossen. Die so versiegelte Fläche glänzt und hebt den Stempelabdruck hervor. Dazu kann man auch direkt mit dem Embossing-Stempelkissen auf das Motiv tupfen.
  • Embossing-Tinte und -Pulver haften auch auf andern Untergründen als Papier. So habe ich z.B. einen Rost-Effekt auf einem Bilderrahmen erzeugt.
  • Es gibt kleine, hitzefeste Formen, in denen Sie das Pulver im Ofen schmelzen und so z.B. kleine Buchstaben erzeugen können (ebenfalls sichtbar auf dem Bilderrahmen im obigen Link).
  • Möchten Sie nur bestimmte Partien eines Stempelabdrucks betonen, können Sie diese mit einem Embossing-Stift wie dem Versamarker nachziehen. Nur dort wird das Pulver haften bleiben.
  • Um zu verhindern, dass das Pulver auch an anderen Stellen auf dem Untergrund haften bleibt, können Sie diesen vorher mit einem selbst hergestellten Trockenkissen abtupfen. Zur Herstellung benötigt man eine Feinstrumpfhose und Babypuder.

Probieren Sie’s aus – wir wünschen Ihnen ganz viel Freude beim Stempeln, Pulvern und Schmelzen. Sie werden von den Ergebnissen hoffentlich ebenso begeistert sein wie wir!

Bilder: Titelbild: © 1-14: © easystempel, Bild 15: © michaelavoit.com, Bild 16: © Heike Linnek, Bild 17, 18: © Alexandra Dold, Bild 19: © Andrea Friebe

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Bea R. , 02.06.2015 19:05
Tolle Karten, tolle Tipps! Das mit dem Trockenkissen muss ich unbedingt einmal ausprobieren, Danke Heike!
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